Intelligente Kabine
Daten aus der Kabine vernetzen
Schon heute generieren Flugzeugkabinen Unmengen von Daten – vom Wasserverbrauch an Bord bis hin zu Instandhaltungsdaten –, Tendenz steigend. Bislang werden diese Daten allerdings nicht systematisch erhoben, ausgewertet und miteinander in Zusammenhang gebracht. Diehl Aviation tritt im Forschungsprojekt i+sCabin an, das zu ändern. Die Potenziale sind erheblich:
Ressourcen effizienter einsetzen
Airlines könnten künftig nachverfolgen, auf welchen Flügen wie viel Frischwasser oder Kaffee verbraucht wird, daraus Prognosen ableiten und so die mitgenommene Menge an Bord effizienter planen.
Energieverbrauch senken
Wann braucht die Galley besonders viel Strom, wann die Lichtspots und wann das Entertainment-System? Mithilfe dieser Daten könnte die Energienutzung effizienter gesteuert werden.
Boarding optimieren
Crews erhalten Echtzeitdaten zum Boarding-Prozess, etwa Infos zu belegten Sitzen oder noch ungenutztem Platz in Gepäckfächern. Das würde Wartezeiten reduzieren und das Boarding beschleunigen.
Wartung und Reparatur beschleunigen
Die Ursachensuche bei defekten Geräten würde einfacher, denn die strukturierte Datenerhebung – unterstützt durch KI-Systeme – hilft komplexe Zusammenhänge rascher aufzudecken.
Vorausschauende Wartung ermöglichen
Bislang werden Fehler und defekte Geräte während dem Flug in ein manuelles Logbuch eingetragen und erst am Boden ausgelesen. Vernetzte Kabinensysteme könnten Fehler künftig schon während dem Flug an das Bodenpersonal melden. Nötige Ersatzteile würden vorab beschafft und direkt nach der Landung eingebaut – die Zeitersparnis wäre an großen Flughäfen bis zu zwei Stunden und könnte im Ernstfall Verspätungen verhindern.
Um diese Visionen Wirklichkeit werden zu lassen, haben die Projektpartner – darunter Hersteller, Airlines und Wissenschaft – unter der Leitung von Diehl Aviation seit 2018 einen einheitlichen Standard für Kabinenfeatures entwickelt. Keine triviale Aufgabe: Der Standard musste so konfiguriert werden, dass er für sämtliche Anwendungen in der Kabine – von der Kaffeemaschine über die Lavatory-Ausstattung bis hin zu Sitzen und Beleuchtung – anwendbar ist. Er steht inzwischen zur Verfügung und kann von Herstellern bei der Entwicklung neuer Produkte genutzt werden. In einem zweiten Schritt erforscht das Folgeprojekt i+sCabin 2.0 aktuell, wie die gesammelten Daten für konkrete Anwendungsfälle genutzt werden können und was es dafür braucht.
Intelligente Anwendungen für die Kabine
Gleichzeitig entwickelt Diehl Aviation Kabinenelemente, die smarte Funktionen nutzen und damit Abläufe optimieren, Energie effizienter einsetzen und den Komfort für Passagiere erhöhen.